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9 Monate Reisen in Asien- Das bleibt.

Lebe deinen Traum. Reisen

Irgendwas das bleibt? Ja, ich habe es getan und ich tue es noch immer. Ich lebe meinen Traum. Reisen definiere ich als eine Tätigkeit die keinem bestimmten Plan folgt, die es Erlaubt auch mal mit dem Flow zu gehen und die im besten Fall nicht einmal ein definiertes Ende hat. Beim Reisen geht es vielmehr um das echte Erleben eines Ortes oder Landes, es geht auch speziell darum eine Zeit an einem Ort zu verweilen und in den Alltag des jeweiligen Landes einzutauchen. Nach wie vor glauben viele Leute, dass Reisen – wie ich im vorigen Jahr gemacht habe – reiner Urlaub ist. In Wirklichkeit hat es mit Urlaub nur sehr wenig zu tun und eines der wenigen Gemeinsamkeiten ist das „einige Zeit von zu Hause weg verbringen“. Ich habe auf meiner Reise sehr viel gelernt, über andere Menschen, Kulturen und auch speziell über mich selbst. Die Wirkung dieser Eindrücke arbeitet noch immer in mir, vielleicht wird diese Transformation auch ein ganzes Leben dauern. Einige meiner wichtigsten „Lessons learned“ und Erkenntnisse habe ich hier in diesem Artikel zusammengefasst.

Um etwas Neues zu beginnen, muss man anderes hinter sich lassen.
Die gute Nachricht: es tut nicht weh etwas zu beenden. Ganz im Gegenteil gab mir die Reise die Sicherheit, dass immer wieder gute Dinge nachkommen. Anstatt in den gewohnten Strukturen festzusitzen und zu jammern, ist es doch viel besser unsere privilegierte Situation dafür zu verwenden uns zu verwirklichen – alle Träume und Ideen die wir in uns tragen in die Realität zu bringen. Mir ging es so mit meiner Anstellung vor der Reise. Ich habe sehr viel gegrübelt, ob ich den Job wirklich einfach so hinschmeissen kann um meinen Traum einer Reise zu verwirklichen. Das System und der Alltag hatten mich fest in seinen Tentakeln. Sehr groß war meine Angst das Gewohnte zu verlassen. Die Idee vom Reisen habe ich schon viele Jahre in mir getragen und eines war mir klar: wenn nicht jetzt dann wohl nie mehr. Man sagt der Mensch liebe die Gewohnheit und das stimmt sicher bis zu einem gewissen Punkt, weil uns das gewohnte Sicherheit gibt. Alles Neue fordert uns als Mensch, fordert zu denken und neue Wege zu gehen.

Simplizität: wie wenig ich doch wirklich zum Leben brauche.
Minimalismus ist mittlerweile auch zum Trend geworden und vieles kann darüber gelesen werden. Gefühlt, ist Minimalismus aber eher ein theoretisches Feld, weil wirklich mit wenig(er) zu leben scheint zumindest in Österreich niemanden zu „wirklich“ interessieren. Ich – ein ehemaliger Shoppoholic – war neun Monate mit 2 Rucksäcken unterwegs. Ein Hauptrucksack mit 52 Liter und mein Tagesrucksack mit 18 Litern Fassungsvermögen waren alles das ich mitgenommen habe. Zurückgelassen habe ich ein 20 Quadratmeter Zimmer, dass quasi bis unter die Decke mit „Zeugs“ vollgestopft war und einen 3-teiligen Kleiderschrank, voll mit Kleidung, die ich unterwegs nie vermisst habe. Es war für mich selbst sehr überraschend wie wenig ich wirklich zu leben brauche. Nicht von meinen materiellen Besitztümern habe ich vermisst, nicht mal meine Musiksammlung, wo ich mir doch so sicher war, sie vermissen zu werden. In diesem Fall ist mehr nicht besser, sondern sogar schlechter. Weniger „Dinge“ mitzuhaben und herumschleppen zu müssen bringt einen leichten Rucksack und geistige Freiheit.

Was ich vermisst habe: Familie/Freunde und Kürbiskernöl 😉
Als Steirer 9 Monate auf Kernöl zu verzichten war schon eine sehr „harte Partie“. Ganz im ernst habe ich nur die Verbindung mit meinen lieben zu Hause vermisst.

Die meisten Menschen sind offen und freundlich.
Entgegen der landläufigen und voreingenommenen Meinung die wir über viele Länder dieser Welt haben, kann ich nun behaupten, dass zumindest die Menschen in Asien Großteiles sogar offener und freundlicher sind als Menschen in Europa. Natürlich bestätigen hier und dort Ausnahmen die Regel, nur habe ich nie zuvor eine solche Offenheit und Hilfsbereitschaft erlebt wie unterwegs.

Asien ist absolut sicher – momentan wahrscheinlich sicherer als Europa.
Interessanterweise war nach meiner Rückkehr eine der häufigsten gestellten Fragen, die ob mir wohl nichts Böses oder schlechtes zugestoßen sei. Hmm kurz nachdenken, nein gar nichts. (außer, dass man mir 200 USD aus meinem Rucksack geklaut hat und das waren wahrscheinlich andere reisende) Aber das ist eine Lappalie. Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt, nicht ein einziges Mal! Gereist bin ich immer dorthin wo mich mein Herz hingezogen hat, ohne mich großartig davor zu informieren ob und wie es dort aussieht. Ich kann nicht behaupten, es könnte dir unterwegs theoretisch nichts zustoßen, die Wahrscheinlichkeit ist nur sicher nicht größter als zu Hause. Als ich noch zu Hause war, habe ich natürlich auch die Reisewarnstufe verschiedener Länder, auf der Seite unseres Außenministeriums angesehen. Nun muss ich darüber herzlichst lachen. Erhöhtes Sicherheitsrisiko war angesagt für fast alle Länder die ich bereist habe. Nicht dass ich nicht dankbar bin für Informationsseiten wie diese, nur sollte die Bewertung vielleicht einmal überdacht werden. Wie sicher ist es heute in Ballungszentren wie London oder Berlin?

Österreich kennt man vieler Orts gar nicht einmal.
Man sagt ja immer, man solle sich selbst nicht so wichtig nehmen. Wenn man sich schon selbst nicht wicht nimmt, dann sollte doch wenigstens das Land in dem ich geboren bin wichtig sein…haha – viele Asiaten kennen Österreich nicht einmal. Speziell Chinesen nehmen Europa als ein großes Ganzes wahr – schon komisch oder, das ist doch genau was unsere Politik erreichen will?

Je mehr ich sah, umso mehr wollte ich sehen.
Das Reisen und der Drang zu erkunden, wird durch das Reisen eher größer als kleiner. Ja ich war nach 9 Monaten teilweise gesättigt von Eindrücken und ich brauchte einen Break von all den kunterbunten Eindrücken. Mit dieser Reise habe ich jetzt aber auch so richtig „Blut geleckt“ was das reisen betrifft. All diese Erkenntnisse die ich hier zusammenfasse, führen dazu, dass ich sicher immer wieder weit weg will um andere Kulturen und Menschen kennenzulernen. All die tollen Mensch die ich venengelernt habe, haben mir gleichzeitig auch super geile Reisegeschichten von Orten erzählt an denen ich noch nicht war. Diese Geschichten machen permanent Lust auf mehr und man entdeckt über Erzählungen immer wieder neue Möglichkeiten. Eines ist auch gewisse, die Welt ist zu groß um sie in einem Menschenleben komplett zu entdecken.

Alleine zu reisen ist das Beste – es öffnet dich für neue Bekanntschaften und Verbindungen.
Groß war meine Angst zu vereinsamen und auch über diesen Gedanken kann ich im Nachhinein nur schmunzeln, weil genau das Gegenteil der Fall ist. Zwischendurch habe ich mich bewusst in keinem Hostel eingebucht, sondern buchte mir ein Einzelzimmer irgendwo, um etwas Zeit für mich zu haben. Das „unterwegs sein“ schafft einen gemeinsamen Boden für Kommunikation und so hat man zu vielen Reisenden sofort einen direkten Draht, den man anders wo im Alltag wohl nicht hätte. Man ist wirklich nur alleine, wenn man sich dafür entscheidet. Überall gibt es die Möglichkeit andere Reisende zu treffen und sich mit Ihnen kurzzeitig zu verbünden und auch mit den Locals zu interagieren. Speziell die zweite Option habe ich sehr genossen. In vielen Teilen in denen ich war, waren Mensch super offen und interessiert an mir als Person und den Gegebenheiten unter denen ich unterwegs war.

Fortbewegung ist in den meisten Ländern einfacher als zu Hause.
Warum? Irgendwie doch logisch, da auch die Einwohner den bereisten Ländern – die „Locals“ – auch auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.

Mach dein Ding – unabhängig davon was andere sagen und meinen.
Was für mich richtig ist, weiß ich im Endeffekt immer nur selbst. In meiner Vergangenheit ging ich eher mit dem Flow und habe mich zu sehr treiben und beeinflussen lassen. Schlussendlich habe ich dann doch die ‘männlichen Weichteile“ gehabt um meinem Traum zu folgen. Es fühlt sich so verdammt gut an seiner eigenen Idee vom Leben auch wirklich Raum in der Realität zu geben. Ja es ist anders und ich ernte oft kritische Kommentare die mich auch immer wieder nachdenklich machen Am Ende des Tages bin ich doch sehr happy über das Leben das ich im Moment führen darf. Ein Leben das ich mir selbst so ausgesucht habe. Es gehört Mut dazu seine eigene Version vom Leben zu leben, viel mehr als es Mut braucht um mit der Masse zu gehen. Die Zufriedenheit die ich durch das Leben meiner eigenen Version erfahre, ist die größte Belohnung die ich bis jetzt in meinem Leben erfahren durfte.

Wohlstand baut offensichtlich Mauern – entscheide dich bewusst dagegen.
Ich dachte ja immer, das Mauern bauen sei eine westliche Angewohnheit. Falsch gedacht lieber Michi. Auf meiner Reise konnte ich vielerorts und immer dort wo relativer Reichtum auf relative Armut prallt Mauern sehen. Mauern die, vermeintlich Reiche von den vermeintlich Armen schützen sollen. Auf der Reise hat sich für mich auch ein altes Sprichwort bestätigt: „je ärmer desto eher sind Menschen bereits zu geben“. Vielleicht liegt es daran, dass diese Menschen wissen wie es ist, zu wenig zu haben. Aber sollten nicht gerade Mensch die mehr als genug Geld haben dazu bereit sein Ihre erarbeiteten Ressourcen in Form von Geld für eine bessere Welt einzusetzen? Ja das sollten sie wenn du mich fragen würdest, jedoch ist die Masse zu sehr damit beschäftigt auf das nächst-größere Auto zu sparen, das bitte sehr unbedingt besser und stärker als jenes vom Nachbarn sein muss.

Vieles von dem was in Reiseführern und im Internet steht, ist absoluter Quatsch und immer relativ.
Bestes Beispiel ist für mich Myanmar, ein Land das mich absolut verzaubert hat. Ich habe sehr viel darüber gelesen, wie teuer es doch sei und auch viele Reisende haben mich gefragt wie teuer es denn wirklich sei und ob man es sich überhaupt leisten könnte? In Wirklichkeit ist Myanmar super billig für uns als Europäer. Eines stimmt, man findet keine dreckigen Absteigen in denen man für 3 Euro pro Nacht schlafen kann. Eine Nacht kann schon 6-10 Euro kosten aber dafür schlaft man meist sehr gepflegt. Alles ist relativ und alleine das Wort „teuer“ und „billig“ hat für mich, die und alle anderen Menschen unterschiedliche Bedeutung. Was ist denn bitte billig? Das wird sehr darauf ankommen, welches Budget du dir gesetzt hast.

Jeder Ort kann Paradies oder Hölle sein – entscheidet ist deine Wahrnehmung.
Ein altes asiatisches Sprichwort besagt: „Es ist besser etwas einmal selbst zu sehen, als es tausendmal zu hören.“

Ja, 100 Punkte an den Autor dieses Ausspruchs. Nicht geht über die eigene Erfahrung, alleine schon, weil jede Erfahrung und die darauf basierende Erzählung relativ und subjektiv ist. So unglaublich viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Zuerst einmal die Stimmung in der ich bin, die Begleitung mit der ich Reise, die Menschen die ich treffe, das Wetter, die Jahreszeit und und und und…..

Extrembeispiel für mich ist Laos. Das Land das mir am wenigsten gefallen hat, ist für viele Andere das Highlight Ihrer Reise. Für mich und Sofia war Laos sogar so krass, dass wir es vorzeitig und abrupt verlassen haben. Zu sehr hat uns der Fokus der Laos-Reisenden geschockt und so wenig war es das wonach wir suchten: ein wunderschönes Naturerlebnis mit Trekking und Cayaking. Was wir an den Orten fanden wo wir waren, war mit wenigen Ausnahmen eine „europäische“ Stadt Luang Prabang und ein eher nicht so attraktives Loch namens Vang Vieng wo junge Backpacker nur zum Trinken und um Ihren Fortpflanzungsdrang nachzukommen hinfahren. Für uns war Van Vieng das Letzte, für andere Reisende die ich traf war es der Himmel auf Erden. Spannend oder? Finde ich auch und ist für mich eine sehr wertvolle Erkenntnis aus der Reise.

Freiheit kann auch Belastung sein – zumindest am Anfang
Speziell am Anfang fiel es mir unglaublich schwer mit meiner neu gewonnen Freiheit umzugehen. Ich war auch Teil unseres 100% verplanten und eingetasteten Lebens. Montag bis Freitag arbeiten, am Wochenende in möglichst kurzer Zeit, möglichst viel erleben.

Wir sind unser Terminkalender – und das nicht nur mehr in der Arbeitswelt. Längst hat der „Freizeitstress“ uns fest im Griff. Für mich logisch, nachdem wir alle sehr viel Zeit zur und in der Arbeit verbringen bleibt am Ende des Tages nicht mehr viel Zeit für echtes Privatleben über. Was machen wir also? Wir verplanen jede Stunde die uns zur Verfügung steht. Freunde treffen da, Kino besuch hier, dazwischen nicht ein paar Arzttermine (weil wir könnten doch XYZ haben).

Dann kam das andere Extrem – ich konnte tun und lassen was ich will. Von einem Tag auf den anderen „musste“ ich gar nicht mehr tun. Ich brauche gut zwei Wochen bis ich mich etwas an meine neue Freiheit gewöhnt habe. Selbst jetzt, ca. 1 Jahr nachdem ich meinen Job hinter mir gelassen habe, überrascht mich dieses Gefühl noch hin und wieder und will mir weis machen, ich sollte doch dies und jenes tun…nur kann ich mittlerweile gut damit umgehen, mit diesem Gefühl, dieser Konditionierung unserer Gesellschaft.

Deinen eigenen Weg zu gehen ist wesentlich mutiger als der Masse zu folgen
Wer hat den Spruch noch nicht gehört: „Always take the path less travelled“. Ja es ist schön sein eigenes Ding zu machen, es erfordert aber auch eine große Portion Kraft und Mut. Es ist leicht das zu machen was alle machen, weil man dann ein Lemming unter Millionen ist. Zurück in Österreich merke ich sehr schnell wieder wie genormt unser Leben doch ist. Wir wollen alle besonders sein, in Wirklichkeit laufen wir alle der gleichen Karotten nach. „Out of the box“ zu sein bedeutet auch oft alleine zu sein mit seiner Weltanschauung und nicht nur dabei. Es ist erstaunlich wie doch selbst mein engstes Umfeld meine Unternehmungen kritisch geliebäugelt und kommentiert.

Das System, die Menschen und die Gesellschaft tun sich einfach schwer mit neuen Wegen und Menschen die anders leben wollen. Einen Schritt aus der Reihe zu tanzen ist mutig und hat wesentlich mehr mit Leben zu tun, wie ich finde. Seinen Träumen zu folgen, gegen alles Unkenrufe zu trotz ist ein Schritt Richtung Freiheit, ein großer Schritt. Ich habe für mich auf jeden Fall entdeckt, dass immer Schönes und Gutes nachkommt. Man muss nur den Mut dazu haben sich auf das Unbekannte Einzulassen und auch in der Gesellschaft als „der Andere“ angesehen zu werden.

Leben ist das was du daraus machst – die Erfüllung meine Idee zu leben.
Lange habe ich nach dem Sinn gesucht – ich suchte nach etwas, das man nicht findet – Sinn muss man dem Leben geben. Ich bin lange mit dem Flow gegangen, bin mitgeschwommen und aufgestiegen auf die Möglichkeiten die sich so ergaben. Zu selten, habe ich für mich das gemacht, das ich wirklich wollte. Es war an der Zeit mein echtes Leben zu beginnen. Diese Reise endlich wirklich anzutreten gab mir eine riesengroße Erfüllung, ein Glücksgefühl der Sonderklasse. Dieses Gefühl brachte mir auch gleichzeitig die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein, dem Weg meines Herzens zu folgen.

Eine Fernbeziehung ist keine Beziehung, zumindest nicht in meiner Welt
Vielmehr ist es ein Austausch von Informationen anderer Welten. Ich startete meine Reise in einer Beziehung, wir glaubten beide lange daran, dass es funktionieren würde. Jetzt danach kann ich sagen, dass Enttäuschung zurückbleibt. Enttäuschung ist aber in diesem Fall etwas Positives, da es mir zeigte, was meine Definition von Beziehung ist und die schließt ganz klar, auch Beisammensein und körperliche Nähe mit ein.

Reisen gab mir die Chance mich selbst besser kennenzulernen
Wenn ich könnte, würde ich es jedem jungen Mensch per Rezept verschreiben, zumindest ein paar Monate alleine reisen zu gehen. Ich habe unterwegs viel über mich selbst gelernt. Viele Emotionen sind hochgekommen, schwierige Situationen sind zu meistern gewesen und viele Vorurteile sind weggefallen. Reisen verändert definitiv, aber meiner Meinung nach nur zum Guten. Wann sonst ist man schon einmal komplett auf sich selbst gestellt und kann wirklich frei entscheiden was man will und was nicht. Wann hat man die Chance kennenzulernen was für einen selbst genug ist? In unserer Gesellschaft wohl eher selten. Zu sehr sind wir doch alle geprägt von dem was wir als Kinder und Jugendlicher mit Eltern, Freunden und Erziehungspersonen erlebt haben. Wenn man aufbricht in eine Reise, fallen all diese Dinge weg und das Eintauchen in eine andere Kultur setzt vieles Gewohnte einmal total außer Kraft. Man muss sich neu orientieren in einer neuen Welt voller Dinge die zu Hause vollkommen anders sind.

Dinge anzunehmen wie sie sind.
Das Wort Flexibilität hat wohl jeder von uns schon auf seinem Lebenslauf verwendet. Wie flexibel bist du wirklich? Ich meine mittlerweile sogar, dass wir oft zu flexibel, im Sinne von zu anpassungswillig, sind. Unterwegs ist wirklich so etwas wie Flexibilität gefordert. Dort passieren immer wieder Dinge die wir nicht ändern können, beispielsweise, wenn das Hostel doch überbucht ist oder die Busverbindung überraschend gestrichen wird. Dinge anzunehmen wie sie sind ist nicht nur ein Achtsamkeitsprinzip sondern auch eine Fähigkeit, die uns befreien kann. Umso mehr ich mit überraschenden Situationen konfrontiert wurde, umso besser lernte ich mit Ihnen umzugehen. Ich will nicht damit sagen, dass du deine Träume den Bach runter schwimmen lassen sollst, ganz im Gegenteil, sollten wir diesen Kleinigkeiten im Leben nicht so viel Bedeutung und Energie schenken. Überraschungen passieren einfach immer wieder und umso eher wir sie annehmen können und uns neu ausrichten, umso schneller können wir uns wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben fokussieren.

Es gibt sie, die Mensch die Zufrieden sind mit dem was sie haben – wirklich zufrieden!
Was für eine Erkenntnis wirst du jetzt denken. Aber überlege kurz? Wie viele Menschen kennst du, die (fast) jeden Tag glücklich und zufrieden durch die Welt gehen, auch während der Arbeitszeit im Büro oder auf der Baustelle? Hmmm ich kenne nicht viele, zumindest in Österreich. Was ich in Asien erlebt habe, hat mir einmal mehr gezeigt, dass Geld absolut wenig mit Reichtum zu tun hat. Reichtum ist viel mehr, über einen Großteil seiner Lebenszeit frei verfügen zu können und gute, positive und für dich gewinnbringende soziale Beziehungen zu haben. Ja, ausreichend Nahrungsmittel und ein Dach über den Kopf sehe ich als notwendig an, aber materieller Überfluss hat wenig mit Reichtum zu tun.

Zeit spielt in anderen Ländern eine total untergeordnete Rolle.
Bei uns muss alles sofort passieren, jetzt oder spätestens in 5 Minuten. Verglichen mit Asien ist das reinste Selbstversklavung. Warum brauchen wir alles sofort? Klar, weil wir wenig Freizeit haben, wenig Zeit über die wir frei verfügen können, deswegen haben wir in dieser „freien Zeit“ auch keine Zeit zu verschwenden. Jetzt könntest du einwenden, dass statistisch gesehen die Menschen in Europa heutzutage mehr arbeitsfreie Zeit haben wie früher. Ja stimmt, nur war Arbeitszeit wie sie noch vor 30 bis 40 Jahren gelebt wurde, vollkommen anders als heute. Ich will damit nicht sagen, dass die Menschen weniger gearbeitet hätten, sicher nicht. Vielmehr war der Mensch noch mehr im Mittelpunkt, heute geht es größtenteils doch nur noch zum Profit, Mitarbeiter sind höchstens am Papier das Höchste Gut der Unternehmen. Um diesen Wert zu leben, braucht es mehr als einen Satz in der Unternehmenspolitik.

Ohne sie ist Alles Nichts: unsere Gesundheit.
Aus gegebenem Anlass bin ich motiviert über Dankbarkeit gegenüber unserer Gesundheit zu schreiben. Die letzten Tage waren wirklich bescheiden. Ich fühlte mich matt, ausgelaugt, einfach so richtig schlecht. Wenn ich krank bin, bin ich nicht ich selbst und habe nur einen Fokus, meine volle Gesundheit wieder zu erlangen. Im Allgemeinen tendieren wir ja dazu unsere Gesundheit als gegeben zu nehmen. Ja sie sollte auch der Normalzustand sein, nur ist das alles andere als selbstverständlich. Zu jedem Zeitpunkt kämpfen überall auf dieser Welt Menschen um Ihre Gesundheit, genau deswegen, weil ohne sie, Alles Nichts ist. Gesundheit ist ein großer Teil unserer Freiheit, weil krank zu sein bedeutet auch gleichzeitig nicht fähig zu sein, Dinge zu tun die einem Spaß machen. Bei mir ist es Beispielsweise der Sport, den ich im gesunden Normalzustand täglich praktizieren, auf die eine oder andere Art 😉 Krankheit bedeutet also gleichzeitig auch unfrei zu sein, Dinge zu tun die wir lieben.

Unsere Gesundheit ist ein Zustand für den, wenn wir Ihn besitzen, jeden Morgen dankbar sein können. Diese mega-normal erscheinenden Dinge sind es auch, die speziell wenn uns die Decke auf den Kopf zu fallen droht, einen Anker in unserem Leben darstellen können. Wie immer entscheidet unser Fokus ob wir das Gute oder Schlechte sehen wollen. Dankbarkeit unserer Gesundheit gegenüber lässt uns nicht nur mehr Lebensglück erfahren (wissenschaftlich nachgewiesen), sondern erdet uns immer wieder aufs neue, in dem es uns aufzeigt, auf welch dünnen Säulen unser freies und glückliches Leben doch aufbaut.

Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind. – Francis Bacon

Jeder Tag an dem du vollkommen gesund aufstehen darfst ist ein Grund zu feiern, das Leben zu umarmen und Dankbarkeit zu empfinden.

Menschen streben größtenteils nach dem Gleichen – Lebensglück, Liebe, Aufmerksamkeit, Sicherheit, Freiheit, lachen, Sex.
Es ist irrelevant wo auf der Welt man sich gerade befindet. Im Grunde sind alle Menschen von den gleichen Dingen motiviert – Maslow lässt grüßen. Menschen leben unterschiedliche Leben, aufgrund Ihrer Geburtsstätte, den dortigen Gegebenheiten, Bildungssystemen, sozialen Umfeldern. Am Ende des Tages leben Alle um mit Ihren Bedingungen eine glückliche Zeit hier auf Erden verweilen zu können. Das Ziel ändert sich nicht, der Weg dorthin ist in verschiedenen Kulturen sehr unterschiedlich. Genau das wie ich finde sollte auch akzeptiert werden. Für uns „Westler“ erscheint vieles als merkwürdig, stößt vielleicht sogar an die Grenzen von dem was wir als gute Sitte erachten würden. Eines dürfen wir nicht vergessen normal ist immer das was ein Mensch gewohnt ist und auch andere Kulturen haben sich seit tausenden Jahren entwickelt, nicht nur unsere!

Tourismus, damit auch ich, verändert die Welt (nicht zum guten meiner Meinung nach).
Ich hatte das Glück sehr viel Schönes auf einer Reise zu erleben und ich bin speziell dankbar für die Eindrücke in den noch weniger bereisten Gebieten. Es gibt Orte die sind wunderschön und wenn ich dann dort bin – mit 1000 anderen Touristen – verliert dieser Ort jeden Zauber. Aber nicht nur, dass dieser Ort für mich persönlich den Zauber verliert, nein der Tourismus verändert das Leben der Mensch an den jeweiligen Orten nachhaltig. Bestes Beispiel hierfür ist für mich Myanmar. Das Land das mich so in seinen bann gezogen hat. Ich hatte das Glück so viele schöne Orte zu sehen und Menschen zu treffen, die vom Tourismus noch weitestgehend unverändert waren. Und dann ist das auch Bagan – der Ort der 3000 Pagoden. Die größte Touristenattraktion des Landes, absolut zu recht. Dieser Ort ist unfassbar schön und gedarrt deswegen auch schon seit Jahrzehnten bereist. Die Veränderung ist deutlich, überall die Ramschstände, die irgendwelches zeug an Touristen verkaufen wollen, Menschen die Touristen mit windigen Touren abzocken oder in weit entfernte Shops locken wollen. Man erlebt auf einmal Situationen die man vom Rest des Landes nicht kennt. Genau an diesem Punkt stellt sich mir die Frage, wie toll Geld für uns als Mensch wirklich ist. Menschen sind offensichtlich von Natur aus Opportunisten, wollen mehr, mehr von allem. Der Tourismus gibt genau diesen Mensch die Chance dazu.

Slow Travelling – Es ist schöner mehr Zeit an einem Ort zu verbringen – das gilt auch für zu Hause.
Auch ich hatte einen Plan, quasi eine Idee der Länder die ich bereisen wollte. Diese Liste habe ich aber vollkommen blauäugig und ohne Reiseerfahrung imaginär erstelle. Vor der Reise war die Idee, dass ich auch nach Australien und Neuseeland reise. Sehr schnell wurde mir klar, dass ich kein „Attraction-Hopper“ bin, wie viele andere die nur von einer Touristenattraktion zur nächsten hüpfen um ein paar nette Fotos zu machen. Ich genieße es sehr länger an einem Ort zu bleiben, die Locals kennenzulernen und so richtig in das Leben einzutauchen. Das geht eben in 3 Tagen nicht, weswegen ich an den meisten Orten zumindest eine Woche war. Daraus resultierte natürlich, dass ich weniger einzelne Orte bereist habe. Insgesamt habe ich für mich mit dieser Art zu reisen viel mehr erlebt und gesehen als ich mir jemals zu träumen gewagt hätte. Plane nicht zu viel, nimm dir mehr Zeit für weniger Dinge und du wirst am Ende riesig davon profitieren. Take it easy – go slower and take your time.

Nur zu reisen ist mir zu wenig – ich brauche intellektuelle Forderung.
Reisen ist super, reisen ist schön aber auf längere Sicht wie etwas 9 Monate zu wenig für mich. Nach einer gewissen Zeit sehne ich mich nach intellektueller Forderung. Für mich war das auf der Reise mein Blog und die Planung meiner Zukunft, quasi das Arbeiten eines Businessplans – für das ich ebenfalls viel geschrieben und auch gelesen habe. Diese Erkenntnis ist mein persönlicher Beweise, dass Freiheit alleine nicht glücklich macht. Es sind die wertvollen Dinge mit denen wir unseren Freiraum füllen, die das Leben lebenswert machen.

 

 

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Comments 2

  1. Hi Michael,

    schön zu lesen, dass dein Traum Wirklickkeit geworden ist.
    Weiter so !-)

    Alles Gute weiterhin,
    liebe Grüße
    Toni

    1. Post
      Author

      hi toni. erstmal danke! schöne Überraschung, dass du auf meine Seite gestoßen bist, da ich bis jetzt noch nicht wirklich Werbung gemacht 😉

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