Generation Y – Was wir trotz Wohlstand und Freiheit vermissen

generation y - Wohlstand und Freiheit wie nie

Als erste Generation die wohlbehütet und in großem Wohlstand geboren wurde, sind wir frei von den meisten extrinsischen Zielen und Pflichten, welche die Generationen vor uns antrieben und motivierten. Diese neu gewonnene und zuvor nie da gewesene Freiheit, ist ein riesen Luxus und unsere größte Bürde zugleich.

Einer meiner Lehrer – OSHO – sagte: wenn Armut überwunden ist, körperlichen Bedürfnisse gestillt sind und der Mensch sich sicher fühlen kann, erst dann ist Raum, um über den Sinn des eigenen Lebens nachzudenken. Genau das scheint in meiner Generation, der sogenannten Generation “Maybe“ der Fall zu sein. Erstmals ist eine Generation in die Welt gesetzt worden, ohne eine „echte“ Aufgabe, eine Richtung zu haben. Wir sind in Wohlstand aufgewachsen, starten wohl behütet und ohne großes Ziel und MUSS in die Welt. Wir haben Zeit zu denken, uns zu überlegen, wie eine gute Welt aussehen würde, und wenn wir hinausschauen, sehen wir Chaos, Chaos das von den Generationen vor uns angerichtet oder zumindest weitergelebt wurde. Es sind dieselben Generationen die heute über uns und die folgenden Generationen nicht unbedingt positiv urteilen.

Schaut hin und macht endlich nicht nur eure Augen, sondern auch euer Herzen auf!

Schaut hin auf die Ausbeutung, die Armut, die Ungerechtigkeit, die Geldverteilung, die Hungersnöte, bring etwas Bewusstheit in euer Leben und dann werdet ihr uns etwas besser verstehen können. Ich will nicht mehr für ein Unternehmen arbeiten, dass sich als sozial Verantwortlich ausgibt und in Irland eine Zweigstelle hat um Steuern zu sparen. Ich will auch für kein Unternehmen arbeiten, dass die Natur nachweislich und ohne Skrupel ausbeutet. Respekt vor der Natur ist auch der Grund warum ich und so viele andere kein Fleisch oder überhaupt keine Tierprodukte essen. Es geht um Respekt, genau diese grundsätzliche Ehrfurcht vor dem anderen Lebewesen, die bei den Entscheidern auf dieser Welt schon lange nicht mehr existent ist.

Schaut hin, macht die Augen auf und ihr werdet vielleicht erkennen, dass die junge Generation durchaus seine Gründe hat etwas frustriert zu sein. Wir würden gerne vieles ändern, aber diejenigen in den Machtpositionen, sind entweder alte Punzen oder bereits einer kräftigen Gehirnwäsche unterzogen. Niemand mit gesundem Verstand würde an die Spitze einer Partei oder anderen großen Organisation gelangen. Zu lange muss man zuvor in irgendwelchen Dunstkreisen ducken und dienen, als dass man sich da noch einen normalen Hausverstand behalten könnte. Überhaupt hatten die meisten Politiker, diesen überhaupt nie, weil die meisten ohnedies über-privilegiert aufwachsen, und deshalb nie erfahren werden, was die Sorgen eines bürgerlichen Lebens sind. Monatlich nicht ZEHNTAUSEND sondern vielleicht nur 1000 Euro zu verdienen, macht einen großen Unterschied in meiner Kaufkraft. Sie haben keine Ahnung, könne sie nicht haben und die Grundidee einer direkten Politik namens Demokratie ist doch längst gescheitert oder bewusst gescheitert worden. Im Moment scheint ein junger Politiker in Österreich die Ausnahme zu sein und ich persönlich hoffe, dass er sich seinen Weg gehen kann, ohne auch von den Parteimühlen überrollt zu werden.

Wer will denn wirklich, dass das Volk mitreden kann? Das ist doch ungemütlich, führt zu dummen Begehren und würde unsere lieben Politiker doch nur mit der Wirklichkeit des Volkes konfrontieren. In einem System in dem nur agiert wird, um die nächste Wahl zu gewinnen sind wird zwar Weltmeister über Rauchverbot zu diskutieren, schaffen es aber nicht eine EU weite Strategie für die Unterstützung von Flüchtlingen zu entwerfen. Schande über all diese bestens gebildeten Menschen, die doch nichts zu Stande bringen, außer ihrer Position zu sichern. Aber wie immer ist das „System“ daran schuld und nicht die einzelne Person. So lange wir Ausreden suchen, werden wir diese finden.

Oft höre ich früher war alles besser. Daran glaube ich nicht. Was jedoch mit Sicherheit stimmt ist, dass Menschen in Machtpositionen, sich ihrer Verantwortung bewusst waren und es für diese eine Ehre war zu dienen. Nämlich denen zu dienen, die ihnen ihr Vertrauen geschenkt haben, dem Volk ihres Landes. Es sollte eine Ehrensache sein, dieses Vertrauen nicht zu missbrauchen, doch auch Ehre scheint in diesen Kreisen genauso wenig zu existieren wie der Respekt vor Lebewesen.

Berufsaussichten – „Nine to Five“ in einem Glaskäfig

Ein „Nine to Five“ Job ist super, wenn er Sinn macht. Wir sind so gebildet wie noch nie, jeder hat irgendeinen Abschluss, denn wir werden dazu erzogen einen Abschluss haben zu müssen. Mit diesen tollen Abschlüssen landen wir dann in einer dieser Legebatterien aus 4 Glaswänden. Wir sind zwar dafür, die Hühner freilaufen zu lassen, uns selbst sperren wir hingegen ein. Vielleicht darf man aufgrund der Firmen Policy auch eine Grünpflanze im Büro haben, vielleicht sogar zwei. In diesen Glaspalästen, die nach Geld stinken, dürfen wir uns acht Stunden am Tag super interessanter Computerarbeit widmen oder alternativ in stickigen Besprechungsräumen aufhalten. Das ist unsere moderne Definition von leben? Das zu hinterfragen ist doch nur natürlich. Ich bin dafür Freilaufgehege für Menschen, die in Glaspalästen arbeiten, per Gesetz vorzuschreiben.

Handwerkliche Berufe sind von politischer Seite stark degradiert worden.  Längst kann man – ohne pfuschen zu gehen – davon keine Familie mehr ernähren. Diese ehrlichen Handwerker können nicht überleben ohne Pfusch. Ganz nebenbei könnten sich viele „Normalbürger“ auch kein Haus leisten, ohne einen Pfuscher zu engagieren. Davon will wiederum keiner etwas wissen, die Wahrheit ist doch unbequem. Hauptsache der Hubschrauber der Finanz wird oft genug vollgetankt, um Pfuscher am Bau ausfindig zu machen.

Das fehlende Puzzlestück – WARUM soll ich?

Darf ich euch ein Geheimnis verraten? Die junge Generation ist nicht faul, es fehlt nur eben ein entscheidender Faktor, das Warum. So wie jeder Mensch, wollen auch die jüngeren Generationen arbeiten, etwas schaffen, erschaffen und einen Beitrag zum Ganzen einbringen.

Die entscheidende Frage, die den Menschen immer angetrieben hat ist das WARUM. Das „Warum“ ich etwas tue, ist unser intrinsischer Antrieb, unser unsichtbarer Motor. Genau diese Motivation, die Menschen zu Innovationen treibt und auch die Wissenschaft beflügelt. Für uns als Generation Y ist dieses warum zu einem Mysterium geworden. Unser aller größtes Problem ist liegt somit auf der Hand.

Das WARUM bröckelt uns unter unseren Füßen weg – das ist aus meiner Sicht eine logische Reaktion. Die Generationen vor uns, haben seit dem Weltkrieg geschuftet um sich zu entwickeln. Das Ziel war klar: mehr Wohlstand schaffen und grundsätzliche Bedürfnisse, wie der Besitz eines eigenes Hauses und eines Autos, befriedigen. Sie glaubten noch bedingungslos an den Kapitalismus und an die Idee, dass mehr Geld mehr Glück bring. Unser Einkommen ist tatsächlich bis zu einem gewissen Punkt eng mit unserem empfundenen Lebensglück verknüpft. Wir sind nur schon weit über diesen Punkt hinausgekommen.

Jedes Tier lebt von Natur aus nach dem Minimalprinzip. Auch der Mensch ist grundsätzlich ein faules Lebewesen. Er arbeitet genau so viel, wie er benötigt um sein Überleben zu sichern und ein „gutes“ Leben zu führen. Heute wird durch Werbung und Medien massiv Einfluss auf unsere Vorstellung eines „guten“ Lebens genommen, um das Konsumverhalten aufrecht zu halten. Dieses Verhalten kann getrost als unnatürlich bezeichnet werden. Ohne unser sinnloses konsumieren, müssten wir A nicht so viel arbeiten, jedoch würde B die Wirtschaft wohl in sich zusammenbrechen. Diese Gefahr erklärt auch, warum der Konsument mehr denn je zum Kauf angetrieben – „angeworben“ – wird.

Geld macht glücklich, bis zu einem Punkt, den wir bereits lange überschritten haben

Ich behaupte, dass viele der meinigen Generation Angehörigen, erkannt haben und innerlich spüren, dass Geld nicht glücklich macht. Das ist das eigentliche Problem unserer Generation. Für was sollen wir bitteschön arbeiten? Ich und viele andere sind darüber hinaus, dass wir ein Auto haben müssen, dass uns Monatlich 1000 Euro kostet nur um am Wochenende an der Eisdiele protzen zu können. Wenn das warum verschwindet, bleibt ein riesiges Loch über Ein Loch, das Sinn im Leben vermissen lässt. Wo ist die Sinnhaftigkeit zu arbeiten um sich noch mehr Waren zu kaufen, die keinen Wert haben. Ich spreche von echten Werten wir Liebe, Glück und Zufriedenheit. Weniger von Werten die der Mensch schafft um sich von der eigentlichen Sinnfrage abzulenken. Wie beispielsweise das Sammeln von Gemälden, die jeweils Millionen kosten, um sie dann in einem Privatatelier verstauben zu lassen.

Selbstkritik ist durchaus angebracht

Im Wald von Wahlmöglichkeiten, sehen wir Generation Ys die Bäume nicht mehr. Man hat jedoch auch bis heute versagt, auf diese Situation zu regieren und jungen Menschen mehr Unterstützung in Hinsicht auf ihre Berufswahl zu geben. Menschen in der Findung ihrer Interessen und Begleitung bei der Wahl des Ausbildungswegs zu helfen, ist der erste Ansatz um einen Weg aus der Sackgasse, in die wir immer weiter hineingehen, zu finden. Ein Tag Berufsorientierung in der 8.Schulstufe ist zu wenig an Unterstützung. Das Resultat davon ist, dass viele Menschen in Berufen „umher irren“, die nicht einmal ansatzweise ihrer Natur entspricht.

Was dieser Welt wirklich fehlt ist Bewusstheit. Bewusstheit beginnt mit dem Prozess des Wahrnehmens. Wahrnehmen bedingt hinschauen, die Augen und das Herz zu öffnen.

Wenn Bewusstheit und Einsicht da ist, folgt auch automatisch Anstand und Ehrlichkeit. Es wird unweigerlich erkannt werden, dass dies der einzige Weg in eine friedliche und glückliche Zukunft ist. Wir müssen uns alle samt eingesteht, dass uns unsere aktuelle Lebensweise nicht weiterbringt. Nicht uns selbst, nicht die Gemeinschaft, die Generationen nach uns und schon gar nicht Mutter-Natur.

In einer Welt die jede Form von Hausverstand und Sinn vermissen lässt und jeder „etwas“ tut, weil es auf irgendeinem Papier steht, müssen wir unserem Leben selbst Sinn geben. Dieser Antrieb, den die Generationen vor uns, von außen serviert bekamen, gibt es nicht mehr. Mein ganz persönlicher Sinn ist es als Sprachrohr für Bewusstheit zu agieren. Ein Beispiel für ein bewusstes und simples Leben zu sein und auch ein Beispiel dafür, dass es Alternativen zum 0815 Lebensweg gibt. Es gibt Alternativen und aus meiner Sicht sind die Alternativen verfügbarer denn je. Wir müssen nur bereit sein, sie wahr zu nehmen.

Liebe Generationen vor uns, die uns doch zu gerne als Generation „Maybe“ oder Generation „Curling“ oder was auch immer bezeichnet. Bitte vergesst nicht, dass ihr einen großen Teil dazu beigetragen habt, wie wir uns entwickelt haben. Versucht doch einmal ein paar Schritte in unseren Schuhen zu gehen. Helft uns, das warum wieder finden und zu sehen, dann sind wir auch bereit, viel zu geben, für eine gute Zukunft. Denn das Gefühl von Macht- und Sinnlosigkeit ist zweifellos nicht angenehm.

Liebe Generationskollegen/innen, wenn ihr Sinn vermisst, dann geht den ersten Schritt und lernt euch erstmal selbst kennen. Nehmt euch diese Zeit und stellt die Verbindung zu euch selbst wieder her. Was könnte es wichtigeres geben in dieser Lebenszeit, als sich selbst voll zu entdecken und kennenzulernen. Erst wenn du dich selbst gut kennst, mit all deinen Bedürfnissen und Herzenswünschen, kannst du leben, wie es für dich gut ist. Wenn du dich wieder mit deinem Herzen vereint hast, gehe deinen Herzensweg. Dieser ist der einzige, der zu echtem Glück führt. Glück, das weitgehend von Geld entkoppelt ist und wahre Erfüllung bringt.

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