Mehr Fokus auf deine Prioritäten – wie du lernen kannst, NEIN zu sagen

MEHR FOKUS AUF DEINE PRIORITÄTEN – WIE DU LERNEN KANNST, NEIN ZU SAGEN

In diesem Beitrag erfährst du Strategien und Tipps, wie du speziell in der Arbeitsumgebung besser, geschickter und öfter NEIN sagen kannst.

„Der sicherste Weg zu scheitern, ist es, es allen recht machen zu wollen.“

Nein sagen, stellt für viele Menschen ein Problem dar. Die Gedanken, die sich dann im Kopf tummeln, wollen dir weiß machen, dass es sich nicht gehört oder es nicht erlaubt ist NEIN zu sagen. Dabei ist NEIN sagen zumindest genauso wichtig wie JA sagen.

Jedes JA, wenn auch durch stille Zustimmung gegeben, ist ein Nein zu deinen „Big Rocks“, den Dingen, die dir wichtig sind und dich wirklich weiterbringen. Wenn du versuchst, immer alle kleinen Anforderungen an dich sofort zu erfüllen, wirst du zu wenig Fokus und Zeit haben, um an deinen großen Projekten arbeiten können. Speziell in dieser von Reizen und Information überfüllten Zeit, ist es umso wichtiger, deine Ziele zu setzen und diese auch zu verfolgen. Nie zuvor war es so leicht, permanent in Ablenkung zu leben und im Mittelmaß des Grundrauschens mit zu schwimmen.

Die Angst vor dem NEIN-sagen

Die Hauptursache, warum es schwerfällt NEIN zu sagen, ist Angst. Angst davor, dass das Gegenüber ein Nein persönlich nimmt und beleidigt ist und uns daher nicht mehr mag.

Darin verbergen sich zwei falsche Einschätzungen der Wirklichkeit:

1. Die Angst, dein Gegenüber würde es persönlich nehmen, spiegelt nur deine innere Haltung wider. Das bedeutet, dass du innerlich auch Angst hast ein Nein zu erfahren und dazu tendierst, es persönlich zu nehmen.

2. Die Angst nicht gemocht, akzeptiert und geliebt zu werden. Die wohl größte Triebfeder der Menschen ist, der Wunsch geliebt zu werden. Ohne Liebe, Nähe und Anerkennung sterben wir – wortwörtlich. Das hat ein Experiment gezeigt, das im Zweiten Weltkrieg durchgeführt wurde. Darin wurde Neugeborenen die Mutternähe entzogen. Trotz ausreichend Schutz und Nahrung sind die Säuglinge verstorben. Das zeigt eindeutig, wie tief der Wunsch nach Liebe und Anerkennung in uns verankert ist.

In der Arbeitsumgebung sieht die ganze Sache aber völlig anders aus. Abgesehen davon, dass wir uns alle eine harmonische Arbeitsumgebung wünschen, in der Kolleginnen eher Freunde sind, ist es notwendig, nicht immer der gleichen Meinung zu sein. Wie sollte es in einem Bereich, in dem verschiedenste Interessen aufeinanderprallen, auch anders sein? Kollegen werden dich eher für dein ehrliches und offenes NEIN respektieren und akzeptieren, als dich nicht mehr zu mögen.

Blockaden und Ängste, die ich schon öfter gehört habe, die in Bezug auf Nein sagen zur Oberfläche kommen:

Darf ich nein sagen?

Ich muss alle Aufgaben erledigen, die man mir gibt.

Ich will doch ein guter Mitarbeiter sein.

Ich habe Angst um meinen Job.

Mein Boss wird wütend sein, wenn ich nein sage.

Diese Gedanken haben alle eines gemeinsam: Sie basieren auf einem Gedankenkonstrukt, das nicht der Wirklichkeit entspricht. Diese Gedanken spiegeln lediglich Ängste und Zweifel wider, die in dir selbst stecken. Hast du etwa Angst um deinen Job und bist dir unsicher in deiner Position, wirst du die Frage „Kann ich mir das erlauben?“ dem Nein vorschieben. Ähnlich verhält es sich mit generellen Selbstzweifel deiner Person gegenüber.

Wie du ein NEIN formulieren kannst

Oft scheitert das NEIN nur am Unwissen, wie man denn ein höfliches aber bestimmtes NEIN formulieren soll. In diesem Fall eignet es sich, zwei bis drei Standards in petto zu haben, um gerüstet zu sein.

Ein Nein muss meiner Meinung nach auch nicht immer super ausführlich begründet werden. Ein Einfaches „Sehr gerne zu einem anderen Zeitpunkt, weil ich momentan mit Projekt X oder Aufgabe Y voll eingedeckt bin“ reicht völlig aus.

Wichtig beim Nein sagen ist, eine ehrliche Begründung zu geben. Glaube nicht, dass dein Gegenüber nicht merkt, wenn du unehrlich bist und zögerlich agierst. Wenn du jedoch authentisch und ehrlich begründest, warum etwas jetzt gerade nicht geht, werden die meisten Personen Verständnis haben (müssen).

7 Tipps, die dir das NEIN sagen erleichtern werden:

Nimm dir Zeit, um deine Antwort zu überdenken. Du musst nicht sofort immer Ja oder Nein sagen. Auch wenn das gelebte Praxis ist, bedeutet das noch lange nicht, dass du das auch machen musst. Nimm dir Zeit und wiege ab, was ein Ja oder Nein für Konsequenzen bringt.

  • Beachte, mit wem du es zu tun hast. Klarerweise wird es eine Rolle spielen, ob du mit einem unbedeutenden Kunden oder deinem CEO sprichst.
  • Sei immer ehrlich und höflich. Nein sagen ist keine negative Handlung. Dementsprechend kann dieser Prozess auch höflich und zuvorkommend, wenn auch bestimmt, erfolgen.

  • Wenn es dir im Moment nicht möglich ist, Ja zu sagen, weil du gerade total mit Projekt XY beschäftigt bist, kannst du einen alternativen Termin anbieten. Des Weiteren kannst du eventuell andere Personen empfehlen, die deinem Gegenüber weiterhelfen könnten, wenn dieser sofortige Hilfe braucht.

  • Wenn möglich solltest du das Nein immer persönlich aussprechen. Es ist zu einfach ein Nein per SMS oder Email zu senden. Ein Email kann keine Tonalität übertragen und genau darin liegt der Unterschied einer guten und einer schlechten Absage.

  • Dein Nein muss keine ewige Begründung beinhalten. Ein kurzes Nein, ich bin gerade mit XY zu beschäftigt, reicht aus.

  • Denke immer an die Konsequenzen deiner Handlungen nach. Mache also keine überschnellen Entscheidungen über wichtige Anfragen. Auch hier: Nimm dir die Zeit, um abzuwiegen, was für dich der richtige Weg ist.

  • NEIN sagen will wie alles andere auch gelernt werden. Fällt es dir am Anfang vielleicht noch etwas schwerer, wirst du mit etwas Übung immer besser Nein sagen können. Nein wird dann wie auch das Ja zu einem neutralen Bestandteil deines Lebens. Du wirst dich nicht mehr dazu gezwungen fühlen, etwas zu tun, weil du ab sofort die Freiheit hast NEIN zu sagen.

Wie immer, liegt das TUN nun bei dir. Du bist eingeladen öfter Nein zu sagen. Nein sagen, damit deine Prioritäten auch die Zeit und den Fokus bekommen, den sie verdienen.

Hat dir dieser Artikel gefallen? Mehr zum Thema Stressmanagement, Mentaltraining und Achtsamkeit, findest du in meinen Blog  oder du folgst mir einfach auf Facebook.

 

Photo by Andreas Klassen on Unsplash

Diese Posts werden dir auch gefallen
Durch Meditation weniger Stress am Arbeitsplatz plus mehr Ruhe und Gelassenheit entwickeln In diesem Post dreht sich alles um dieses Gefühl, das wir alle nur zu gut aus der Arbeitswelt kennen: Stress. Du wirst in diesem Post erfahren, was St...
Mehr Zeit, Freiheit und Produktivität mit der 80/20 Regel von Vilfredo Pareto In diesem Post erfährst du, wie die von Vilfredo Pareto definierte 80/20 Regel dir im täglichen Arbeitsalltag helfen kann, mehr Zeit, Freiheit und bes...
Achtsamkeit im Büro: Sofort entspannter mit zwei einfachen Atemübungen In diesem Beitrag werde ich dich mit einem Mächtigen Werkzeug vertraut machen – deinem Atem. Du wirst lernen, wie du mit einfachen Atemübungen mehr Ru...

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social Media

Weil du es kannst.
Melde dich jetzt zum Newsletter an!
Sei immer am neuesten Stand und erhalte Updates zu meinem Blog, meinen Angeboten und viel Inspiration direkt in deinen Posteingang.

BONUS: Als Dankeschön bekommst du mein eBook: „Achtsamkeit im Alltag integrieren“.
Ja, ich will am Laufenden bleiben
Nein, danke.
close-link

Pin It on Pinterest