86400 – vom Wert der Lebenszeit

Unsere Lebenszeit ist begrenzt – dies ist soweit jedem bekannt. Der Großteil der Menschen lebt jedoch als würden wir ewig Zeit auf dieser Erde haben. Vielen Menschen lässt alleine das Wort Tod einen Schauer über den Rücken laufen. Wie bewusst bist du dir, dass jeder Tag der vergeht unwiederbringlich vergangen ist und du nicht ewig auf der Welt verweilen darfst? Robert Betz sagt, jeder Tag ist ein neues Leben und ich gebe Ihm voll recht. Jeder Tag gibt uns die Chance ein wenig mehr von dem zu machen was uns Freude bereitet. Dieser Artikel soll dich dazu anregen, über den Wert deiner Lebenszeit nachzudenken und ihr den Wert geben, den sie verdient: Zeit vor Geld!

Der Wecker läutet – unser Autopilot startet: Aufstehen,  Frühstücken, Zähneputzen, Duschen, zur Arbeit fahren – 8 oder mehr Stunden arbeiten – schon zu müde nach Hause – vl. noch etwas Sport oder doch lieber ein Bier? – die Frau will auch noch mit uns reden vl. auch mehr – schlafen – und täglich grüßt das Murmeltier.

In Zeiten in denen wir alles haben fehlt nur sie – die Zeit. Jeder Tag schenkt uns neue 86400 Sekunden. Viele Menschen fühlen sich immer gestresster und das bringt sie auch dazu sie – die Zeit – managen oder sparen zu wollen. Aber wo ist denn bitte der Speicher für die Zeit? Der „Zeitspeicher“ muss wohl erst erfunden werden. Auch wenn die Vorstellung ganz nett ist, Zeitsparen oder managen ist nicht möglich,  nicht jetzt und wohl auch nicht in Zukunft. Was wir sehr wohl tun können, ist unsere Zeit gut zu nutzen. Mit gut meine ich, individuell unseren persönlichen Werten und Idealen entsprechend.

Die Zeit ist schon ein merkwürdiges Ding. Jede verlebte Zeiteinheit ist unwiederbringlich vorbei. Vergangenheit ist somit nur noch in unserer Vorstellungskraft lebendig und physikalisch gesehen nicht mehr präsent. Die Sanduhr ist für mich eine wunderbare Illustration der Zeit. Solange „Zukunft“ in Form von Sand vorhanden ist, kann das Fortschreiten der Zeit, von der Zukunft über die Gegenwart, in die Vergangenheit beobachtet werden. Dabei gibt es für jedes Sandkorn nur den einen Moment an Gegenwart. Diesen Moment, in dem es die Zukunft verlässt und in die Vergangenheit eintaucht. Dabei kann nur genau dieser eine Moment, in dem die Zukunft zur Gegenwart wird – das Jetzt – erlebt und gelebt werden.

Um sich die Dauer seines Lebens vor Augen zu führen, gibt es eine einfache Technik. Bevor du beginnst, kannst du dir dein statistischen Sterbealter ausrechnen – http://www.statistik.at/Lebenserwartung/action.do Falls dir das zu viel Info ist, gehen wir von einer Lebenserwartung von 80 Jahren aus. Jetzt nimmst du dir ein Maßband, die 80cm Markierung stellte dabei dein Leben dar. Nun ist es ein Leichtes zu sehen, wo du mit deinem aktuellen Lebensalter stehst. Wie viele Jahre hast du schon genossen? Auch ich habe mit meinen zarten 30 Lenzen schon mehr als ein Drittel erlebt.

Seneca schreibt in seinem Brief „Von der Kürze des Lebens“ an Paulinus folgendes: „Nein, nicht gering ist die Zeit, die uns zu Gebot steht; wir lassen uns viel davon verloren gehen. Das Leben das uns gegeben ist, ist lang genug und völlig ausreichen zur Vollführung auch der herrlichsten Tate, wenn es nur von Anfang bis zum Ende gut verwendet würde; aber wenn es sich in üppigem Schlendiran verflüchtigt, wenn es keinem edlen Streben geweiht wird, dann merken wir erst unter dem Drucke der letzten Not, dass es vorüber ist, ohne dass wir auf sein Vorwärtsrücken achtgegeben haben.“

Welchen Wert hatte für dich deine Lebenszeit bis jetzt? Was ist etwas Wert, dass man nicht kaufen kann und trotzdem „tick-tack-tick-tack“ vergeht und eines Tage auch zur Neige gehen wird?

Es gibt sie da draußen, die Rebellen, die Menschen die nur Ihrer Passion folgen und gegen jede Gesellschaftsklausel Ihr Ding machen. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Minderheit. Ein sehr gutes Bespiel dafür sind Wing-Suite Piloten. Viele von euch werden die tollkühnen Männer und Frauen, die sich in Ihren Fluganzügen von Klippen oder aus Helikoptern stürzen, schon gesehen haben. Was haltest du davon? Cool oder Lebensmüde? Für mich sind diese Menschen der Ausdruck von absoluter Leidenschaft. Diese Menschentypen lieben Ihr Leben so sehr, dass sie alles geben um Ihre Lebenszeit vollkommen auszukosten. Ich meine nicht, dass wir uns unnötig in Gefahr bringen oder Dummheiten anstellen sollen. Vielmehr geht es darum für unsere eigenen Ideen und Vorstellungen einzustehen, für unsere Träume zu kämpfen und alles zu geben.

An diesem Punkt stellt sich natürlich die Frage: Was zählt mehr? Ein langes oder intensives Leben? 

Diese Frage musst du selbst für dich beantworten. Intensität schließt Länge nicht aus, und Länge schließt Intensität nicht aus. Die Möglichkeit, dass es sich um inkongruente Ziele handelt ist jedoch gegeben. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich die Intensität wählen. Alltag langweilt mich zu schnell – zu sehr brauche ich Abenteuer und Abwechslung, will mich und das Leben voll spüren. Ich will meinen Enkelkindern Geschichten von Abenteuern und nicht vom Büroalltag erzählen können. Ich will ihnen erzählen welche unglaublichen Meerestiere ich beim Tauchen gesehen habe und wie mich die Wellen beim Surfen fest auf den Meeresgrund gedrückt haben, weil ich zum 99. vom Board gefallen bin.

Du musst nicht meinen Traum teilen. Reisen, Natur und Abenteuer ist nicht jedermanns Sache. Was du aber machen kannst, ist dir bewusst zu machen, was du von diesem Leben wirklich willst. Sobald du Klarheit darüber hast, tue sofort den ersten Schritt, deine Idee in die Wirklichkeit zu bringen. Irgendwann ist nicht am Kalender und wird es auch nie sein…tue es jetzt!

 

Bildquelle:Image Source

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